Monatsarchiv: Februar 2013

„Und der Oscar geht an…“

Da in diesen Tagen wieder die Oscarverleihung die Aufmerksamkeit der Medien auf sich gezogen hat, und da die dämmertrüben Tage des Spätwinters zum Tagträumen einladen, habe ich meiner Fantasie ein bisschen die Zügel schießen lassen und mir überlegt, wen ich mir denn wünschen würde, sollte es tatsächlich mal zu einer Verfilmung des „Falls Zita S.“ kommen.

In dem Aufzug würde die Anwaltskammer Herrn von Cramm vermutlich zum Gespräch bitten

In dem Aufzug würde die Anwaltskammer Herrn von Cramm vermutlich zum Gespräch bitten

Das ist nun relativ schwierig. Quentin von Cramm, den Rechtsanwalt, aus dessen Sicht die Geschichte erzählt wird, trägt natürlich viele Züge von mir. So würde ich ihn gerne mit einem meiner Lieblingsschauspieler wie Clint Eastwood oder Christopher Walken besetzen (oder wenigstens mit einem von Schatzis Lieblingen wie Robert Downey jr.), aber ich fürchte, diese Gestalten sind allesamt ein wenig zu grob geschnitzt für Herrn von Cramm. Johnny Depp, der mir auch mal in den Sinn kam,*) will irgendwie auch nicht so recht passen. Generell bin ich mir unsicher, wer den etwas biederen, gleichzeitig abenteuerlustigen und etwas klugschwätzerischen Anwalt am besten verkörpern könnte — George Clooney ist mir ein bisschen zu geleckt dafür, und Cary Grant zu tot.

Frau Nimoy liest das Tagebuch des Opfers und ahnt, wer hinter dem Verbrechen steckt?

Frau Nimoy liest das Tagebuch des Opfers und ahnt, wer hinter dem Verbrechen steckt?

Frau Nimoy wird natürlich noch schwieriger — bei ihr handelt es schließlich um ein Konglomerat verschiedener Frauen, die ich kenne, plus einem großen Schuss durchgegangener Fantasie. Eine der wenigen Schauspielerinnen, die ihre Charakterzüge in sich vereinigt — das „Ungelenke“, das mangelnde Wohlfühlen im sozialen Umfeld, aber auch die Unnahbarkeit und Unabhängigkeit — wäre vielleicht Katherine Hepburn (obwohl die natürlich mindestens so tot wie Cary Grant ist, aber deshalb nennen wir es ja auch einen Tagtraum).

Hollywood und ich sind noch offen für Vorschläge.

*) Es wird kolportiert, ich hätte nach Besuch von „Fluch der Karibik“ alkohollaunig schwadroniert, „Johnny Depp kann alles spielen. Zur Not kann der sogar das Schiff spielen.“ Ich zweifle daran.

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And Now for Something Completely Different…

„Diversifizierung“ heißt das in der Ökonomie, der Volksmund spricht davon, „mehrere Eisen im Feuer“ zu haben.

So eine Taktik verfolge natürlich auch ich.*) Während die Produktion des Buches um Frau Nimoy in seine heiße Phase geht, bekam ich Post von Ines Erhard, Leiterin des Cantus Theaterverlags. Ines und ich wurden vor geraumer Zeit auf Xing aufeinander aufmerksam, und ich konnte sie überzeugen, eine meiner Boulevardkomödien, die bereits vor einigen Jahren entstanden ist, in ihr Repertoire aufzunehmen. Just die Tage fragte ich mich, was wohl aus Tod und Vererben**) geworden sei, als Ines‘ Mail ankam — und sie mir vom Interesse einer kleinen Bühne im Emsland berichtete, die TuV aufführen wolle!

Na, wenn das mal kein guter Start für 2013 ist… Ich halte euch auf dem Laufenden, sowie’s spruchreife Neugikeiten gibt.

*) Und man sieht, wie erfolgreich ich damit innerhalb weniger Jahre den Gipfel des Starruhms erklommen habe…

**) Ein weiterer Beweis dafür, dass es „nicht klug ist, klüger zu sein als nötig“, denn regelmäßig entgeht den Leuten der Wortwitz und sie sprechen von dem Stück als „Tod und Verderben“. Je nun, immerhin erkennt man so, wer’s wirklich gelesen hat.

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Über Fürth III:

„Die Gustavstraße ist sowas wie die Reeperbahn Fürths.“ — Ich

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20. Februar 2013 · 20:19

Schatten der Vergangenheit II

Meine Großeltern hinterließen mir (außer vielen liebevoll-sentimentalen Erinnerungen an meine Jugend) nur wenig von Wert: Darunter ein Häuschen, das meine Familie allerdings abreißen lassen musste, nachdem sich herausstellte, dass Opa ein bisschen billig gebaut und wenig gepflegt hatte. Außerdem war da noch eine Wetterstation aus dem frühen 20. Jahrhundert, deren geschnitzte Ornamente mein Großvater leider abgesägt hatte, weil sie ihm zu „weibisch“ waren,*) sowie ein Olivenholzlöffel und -teller, aber das ist eine andere Geschichte.

Dazu kam noch eine Enzyklopädie, mit der ich viele Stunden der Besuche bei meinen Großeltern verbracht hatte, und die ich nach deren Tod erbte. Ich war nicht nur fasziniert von den (altmodischen, damals topmodernen) Illustrationen und den (etwas schwer lesbaren, hüstel) Frakturtexten, sondern natürlich auch von der Weltsicht, die aus diesem etwa ein Jahrhundert alten, vierzehnbändigen Werk sprach. („Politesse“ war zB noch keine weibliche Polizistin, sondern sowas wie „Höflichkeit“, und „Tee“ war unauffindbar, weil er damals noch „Thee“ buchstabiert wurde.)

Als sich die Pläne konkretisierten, einen historischen Krimi zu schreiben, kam mir diese Enzyklopädie (Meyers, übrigens) sehr zupass, da sich damit ein Großteil der Recherche praktisch „aus erster Hand“ umsetzen ließ. Und damit die Sache Hand und Fuß bekam, entschloss ich mich einfach, den ersten Iahel Nimoy-Roman genau 1896 anzusiedeln — in dem Jahr, in dem meine Ausgabe der Enzyklopädie gedruckt worden war. So war sichergestellt, dass die Informationen daraus diejenigen waren, die auch Iahel Nimoy zur Verfügung gestanden hätten, und auf diesen Abschnitt konzentrierte ich mich dann auch z.B. bei der Literaturrecherche, oder beim Gang ins Stadtarchiv.

Wie die Geschichte weitergeht, ist natürlich noch nicht raus: Ich würde Frau Nimoy gerne weiter begleiten, wie sie durch die Jahre die Entwicklung Fürths, Deutschland und ihrer selbst betrachtet. Aber da mein Vorrat an vererbungswilligen Großeltern begrenzt ist, muss mir dann wohl noch was Cleveres für die Recherche einfallen.

*) Das klingt jetzt ein wenig so, als hielte ich nicht viel von meinem Opa; das ist absolut nicht richtig. Er war ein cooler Knochen, und vielleicht veröffentliche ich mal bei Gelegenheit ein Foto, das ihn in den 30ern als Easy Rider zeigt, der sich vor Clint Eastwood nicht zu verstecken braucht.

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Über kreatives Schreiben:

„Schreiben ist einfach: Du setzt dich lediglich hin und starrst auf ein leeres Blatt Papier, bis sich auf deiner Stirn Blutstropfen bilden.“ — Gene Fowler

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17. Februar 2013 · 21:19

Schatten der Vergangenheit

(Wäre auch ein schöner Krimititel, aber ist leider schon vergeben.)

Die Frage, die einem ja immer wieder gern gestellt wird, ist „wie man darauf kommt, sowas zu schreiben.“

Natürlich gibt es da keine ganz einfache Antwort drauf. Den Wunsch, einen Krimi nach „klassischem“ Agatha Christie-Muster zu schreiben, hatte ich schon zu Studienzeiten, und ich hatte auch mal mit einem Krimi im Fantasy-Umfeld begonnen (ein säkularer Name der Rose, allerdings ohne die höheren literarischen Weihen, die Umberto Eco dem Thema verlieh). Nachdem der erste Testleser dann nach den ersten zwei Kapiteln des Entwurfs bereits auf den richtigen Täter tippte, beschloss ich, dass die Welt für meine Arbeit noch nicht reif sei und vertagte mich auf unbestimmt.

Irgendwann später wandte ich mich dann dem Sujet wieder zu. Ich war zu dem Zeitpunkt aus Nürnberg nach Fürth gezogen, und natürlich lag es nahe, die neue Wahlheimat als Schauplatz des Krimis zu wählen. (Zumal zu diesem Zeitpunkt die Regionalkrimis gerade begannen, den Markt zu erobern.*) Nachdem ich mich ein wenig mit der Geschichte der Stadt vertraut gemacht hatte, bot es sich an, den Roman in der Jugendstilära anzusiedeln, in der Fürth eine Menge spannender Umwandlungen erlebte.

Und warum nun genau die Festlegung auf das Jahr 1896? Mehr darüber im nächsten Post!

*) Obwohl mein Motto eigentlich ist, man müsse die Trends setzen, nicht ihnen folgen.

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Über Fürth II:

„Fürth ist das Kanada Frankens.“ — Mein Fränkisch-Dolmetscher Christian „Hoadl“ Hack

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15. Februar 2013 · 20:21

Die Wahl der Qual

Ich stehe allen Werken von Microsoft skeptisch gegenüber, so auch dem, was Microsoft unter der Bezeichnung Word bzw. Office als Textverarbeitung verkauft, was aber in Wirklichkeit nur, wie das mal ein Kollege ausdrückte, „geeignet ist um Einladungen zum Kindergeburtstag zu schreiben“.

Die Alternative, die ich zum Schreiben verwende, ist entweder LibreOffice bzw. OpenOffice (wenn ich mal eine Einladung zum Kindergeburtstag zu schreiben habe), oder LaTeX für alle ernsthaften Arbeiten.

Der Vorteil von LaTeX ist, dass es kostenlos und plattformübergreifend bereitsteht. Außerdem ist es viel mehr ein Satzsystem als eine Textverarbeitung, dh LaTeX versteht mehr von Typografie und Layout einer Fußnote als eine Excel-Tabelle Zellen besitzen kann. Schließlich verzichtet LaTeX auf „What You See Is What You Get“ und ist vielmehr eine Programmiersprache (streng genommen: Eine Markup-Sprache), was mir persönlich entgegenkommt.

Natürlich gibt es kein Licht ohne Schatten, nichts Gutes ohne das Böse, und auch keine Software, die ohne eine Pferdefuß daherkäme. Der Pferdefuß besteht in der für eine Büroanwendung denkbar unglücklichen Namenswahl und wird offenbar, wenn man mal auf Amazon versucht, Literatur über „Latex“ zu finden und dafür Ergebnisse angeboten bekommt wie „CAROLIN — Zwangsgummiert und Strafverschlaucht.“*) Und wenn man sich etwas hartnäckiger für LaTeX interessiert, bestehen dank der Intelligenz von Suchmaschinen und deren Verknüpfung natürlich alle künftigen Angebote von Amazon und ähnlichen Händlern bis ins siebte Glied und die übernächste Generation nur noch aus relativ zwielichtigem, und außerdem wenig zielführenden Material.

Seufz. Hoffentlich wurde „CAROLIN“ wenigstens mit LaTeX geschrieben…

*) Jetzt denkt ihr wieder, der Elmar macht nen Witz, hm? Weit gefehlt.

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Frau Nimoy hat einen Verehrer…!

Oder vielmehr eine Verehrerin: Hanni hat das Rennen gewonnen und ist erster Follower von Frau Nimoys Blog: Ihr eigenes Blog, ebenfalls noch taufrisch, bietet ein Kontrastprogramm zu der Mordbrennerei hier mit geschmackvoller Wohnungsdeko und schmackhaften Rezepten.

Allerdings hat Hanni schon angedeutet, dass sie sich auch an Literatur versucht, und dass es wohl ein wenig Poesie aus ihrer Feder gibt, die darauf wartet, das Licht der digitalen Welt zu erblicken… Wir folgen gespannt!

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Kandidaten, die es nicht geschafft haben

Wie bereits erwähnt war es eine schwere Geburt, einen guten Titel für Frl. Nimoys Debütroman zu finden. Hier ein paar der Kandidaten, die früher oder später aus dem Rennen waren:

  • So ziemlich jede Kombination aus „Schatten“, „Glas“und „Bildern“, weil das so cool düster klingt — leider meist bereits vergeben
  • „Eine Fürtherin am Zug“ — da Zita S. aus dem fahrenden Zug entführt wird
  • „Entführt in Fürth“ — Kleine Herausforderung für alle mit Schreib-Leseschwäche
  • „Tausend Schlote, eine Tote“ — Mein Favorit, in Anspielung auf Fürth, das als aufstrebender Industriestandort auch „Stadt der tausend Schlote“ genannt wurde. Kam aber trotzdem nicht gut an.

So wurde es dann schließlich doch das eher biedere „Der Fall Zita S.“, und sei es auch nur, weil das bereits existierende halbe Dutzend Kurzgeschichten um Iahel Nimoy allesamt Titel wie „Der Fall des/der…“ trägt.

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