Monatsarchiv: Februar 2013

Über Fürth

„Fürth zieht nicht an, aber Fürth hält fest.“ — Adam Lawrence

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4. Februar 2013 · 17:41

Was macht ein Schwabe,…

… der sich zwar für knuspriges Schäufele und Kellerbier begeistern kann, der aber nie die fränkische Zunge angenommen hat und trotzdem einen historischen Roman in Fürth spielen lassen will? — Klarer Fall, er holt sich Hilfe. (Weil, der isch ja ed blêd.)

In meinem Fall war das helfende Mundwerk mein alter Kumpel und Arbeitskollege Christian „Hoadl“ Hack (wie das mit diesen fiesen Hausnamen läuft, hab ich immer noch nicht begriffen), der meine Dialoge wo es Not tat in lupenreines Middelfränkisch übersetzt hat — dafür nochmal ein schallendes Vergelt’s Gott!

Doch sollte sich jetzt kein preußischer Zugereister dadurch vom Lesen von Iahel Nimoy abhalten lassen — das Groß der Dialoge ist tatsächlich dudenfeines Hochdeutsch, und fränkisch wird’s nur, wenn Herr von Cramm und Frau Nimoy sich unter die Fürther Arbeiterklasse mischen, und auch dann kann der geneigte Leser unter Garantie noch folgen.

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Ein bescheidenes Heim für Frau Nimoy

Edition Knurrhahn — was für ein entzückend altmodischer Name; was verbirgt sich dahinter?

Die Idee zu Iahel Nimoy ist ja nun nicht mehr ganz neu und, ehrlich gesagt, liegt das fertige Manuskript auch schon einige Monate bei mir auf dem Schreibtisch beziehungsweise kursierte in verschiedenen Verlagsredaktionen.*) (Eines Tages werde ich auch noch die Geschichte dieses Buches niederschreiben; es ist ein interessantes Stück für sich.) Nachdem sich die großen Namen der Branche nicht recht für Frau Nimoy erwärmen wollten, habe ich mich entschlossen, nicht gleich den ganz großen landesweiten Durchbruch zu erzwingen, sondern mich in der Region umzusehen.

Meine Frau Sina hat mir hierbei mal wieder unschätzbare Dienste erwiesen und mich eben auf die Edition Knurrhahn aufmerksam gemacht, einen Nürnberger Kleinverlag, der mit Autoren und Geschichten aus der Region punktet. Die Edition backt ein wenig kleinere Brötchen als Fischer oder Rowohlt, und ist ebensosehr ambitioniertes Kulturprojekt wie richtiggehender Verlag. Ich denke, ich verrate nicht zuviel, wenn ich sage, dass weder der Verleger Thomas Rüger noch ich erwarten, vom Erlös der Iahel Nimoy-Bücher unseren Lebensunterhalt verdienen zu können…

Andererseits bietet ein solches semiprofessionelles Umfeld natürlich auch Freiheiten und Möglichkeiten, wie sie ein großer Verlag nicht bieten kann; insbesondere können Thomas Rüger und ich „unser Ding durchziehen“ und unsere Visionen verfolgen, und wenn es denn doch ein gewaltiger Flop werden sollte, nun, dann steht wenigstens nicht unser beider Existenz auf dem Spiel — im Gegensatz zu manchem kleinen Verlag, für den ein verkorkstes Buch bereits das Ende bedeuten kann.

Die Edition Knurrhahn existiert seit 1997 und hat bereits ein ansehnliches Portfolio fränkischer Autoren um sich geschart, zu denen ich mit stolzgeschwellter Brust dazustoße. Ich freue mich darüber, hier ein literarisches Heim für Frau Nimoy gefunden zu haben, und sehe den weiteren Projekten — Krimis oder anderweitig, was auch immer sich ergibt — gespannt entgegen.

*) Ich will mir zumindest einbilden, dass es dort tatsächlich gelesen wurde und nicht nur aus dem einen Umschlag genommen und stante pede in den Rückumschlag gesteckt wurde, wie das wohl bei zahlreichen Verlagen der Fall ist…

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A propos Namen

Ich gehe davon aus, dass beim „Fall Zita S.“ die meisten Leser die Frage nach dem Täter an die zweite Stelle setzen werden, und vielmehr als Erstes wissen wollen: Was ist „Iahel Nimoy“ eigentlich für ein merkwürdiger Name?

„Iahel“ (oder gebräuchlicher „Jael“) ist ein jüdischer Vorname, der soviel wie „die Bergziege“ bedeutet. (Da muss jemand sein Kind sehr geliebt haben.) Im Alten Testament taucht Jael als unfreiwillige Gastgeberin des feindlichen Feldherrn Sisara auf, der nach einer verlorenen Schlacht bei ihr Schutz sucht. Jael gewährt ihm einen Becher Joghurt und eine Decke, und nachdem Sisara eingeschlafen ist, kommt sie ihrer patriotischen Pflicht nach und hämmert ihm einen Zeltpflock durch den Schädel und nagelt ihn damit am Boden fest. (Ich hatte schon Hotels, wo ich ähnlich gastfrei aufgenommen wurde.) Die Sonderkommissarin ist sich der Herkunft ihres Namens bewusst, nennt sich doch ihr Lieblingsgetränk, wie Quentin von Cramm in einer ruhigen Stunde herausfindet, „Sisaras Nagel“…

„Nimoy“ ist natürlich eine Verbeugung vor Leonard Nimoy, dem ungeschlagenen Darsteller des Über-Logikers Spock. Der Name ist einerseits exotisch*), andererseits deutschen Lesern hoffentlich vertraut genug, dass sie ihn sich merken können.**) Und wenn man so will ist es auch eine Hommage an Umberto Eco, der in den Achtzigern den Krimi mit „Der Name der Rose“ wieder salonfähig gemacht hat, und nicht umsonst seinen Helden „William von Baskerville“ nannte.

*)Es gibt wohl ein ungeschriebenes Gesetz, nach dem Krimihelden keinesfalls „Hans Schmidt“ heißen dürfen sondern immer mehr oder minder klingen, als sei eine Katze über den Setzkasten gelaufen.

**) Ich würde mir wirklich wünschen, WordPress böte eine Funktion für Fußnoten an.

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